Business Etikette International - Etikette-Brief Nr. 18 / Dezember 2005 Newsletter - manche meinen: Spam - manche meinen: Klasse ! Business Etikette International - Etikette-Brief Nr. 18 / Dezember 2005
Sehr geehrte Kunden und Geschäftsfreunde!
Beim offiziellen Amtsantritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel gab es zur Feier des Tages nur Mineralwasser. Lesen Sie unten, welche Form des Anstoßens bei offiziellen Anlässen stilvoll ist.
Weihnachten international – in diesem Jahr geben wir Ihnen einige Informationen zu Weihnachten in Russland und fügen ein russisches Volksmärchen bei.
In eigener Sache:
Nach der Zertifizierung zum interkulturellen Trainer / Coach der Universität Jena bieten wir zusammen mit einem Netzwerk von interkulturellen Trainern aus dem In- und Ausland, die diesen Studiengang abgeschlossen haben, interkulturelle Seminare für alle Länder und Zielkulturen an. Aufgrund der zunehmenden Anfragen nach interkulturellen Seminaren haben wir unseren Katalog der offenen Seminare erweitert um das 1-Tages Seminar „Grundlagen interkultureller Kompetenz mit Einzelcoaching für Ihre Zielländer".
Aktuelle Themen
Sekt oder Selters? Und womit stoßen Sie zum Jahreswechsel an?
Weihnachten in Russland
Sekt oder Selters? Und womit stoßen Sie zum Jahreswechsel an?
Mit dem Slogan „Selters statt Sekt“ wollte die neue Bundesregierung bei der Amtsübernahme von Bundeskanzlerin Merkel symbolisch ihren Sparplan darstellen.
Diese stilvolle Geste dürfen auch Sie anwenden, wenn Sie – aus welchen Gründen auch immer – auf Alkohol verzichten möchten. Sowohl beim Empfang wie auch während eines Essens ist es durchaus üblich und zeitgemäß, sich mit einem mit Wasser gefüllten Glas zuzuprosten, wenn man keinen Alkohol trinkt. Also lieber Selters als Sekt als gar keine Geste – damit beschämen Sie Ihre Gastgeber / Gäste nicht!
Wasser ist das Getränk, um das Sie immer und überall bitten dürfen. Auch dürfen Sie das am Tisch eingeschenkte Wasser schon trinken, bevor der Hausherr bzw. Gastgeber den Weingenuss eröffnet hat.
Aber bitte vergessen Sie auch hier nicht: Alle Gläser, die einen Stiel haben, auch am Stiel zu fassen, egal womit sie gefüllt sind!
Weihnachten in Russland
Noch vor wenigen Jahren gab es weder Weihnachtsschmuck noch Weihnachtsmann/Nikolaus und festliche Weihnachtsdekorationen in Moskau. Im sozialistischen Russland waren christliche Bräuche nicht üblich. Deutsche Diplomaten importierten ihre Weihnachtsbäume und Adventskränze zum Fest per Spedition nach Moskau. In der Hauptstadt hat sich das Bild inzwischen nach westlichem, kapitalistischen Einfluss stark geändert und Moskau ist kaum von einer westlichen Hauptstadt zu unterscheiden.
Nach dem altrussischen Weihnachtsbrauch gibt es erst am 31. Dezember die „Jolka“ (Tanne) und „Djed Moroz“ (Väterchen Frost) und „Snegurotschka (Schneeflöckchen) bringen die Geschenke. Zur Oper von Rimskij-Korsakow „Snegurotschka“ wurde auch die Choreographie des gleichnamigen Ballettstücks geschrieben, dass im Winter regelmässig z. B. im Moskauer Bolschoi Theaters aufgeführt wird. Als Einstimmung auf das Weihnachtsfest wünsche ich Ihnen mit nachfolgendem russischen Volksmärchen besinnliche Feiertage und viel Erfolg für das Jahr 2006.
Snegurotschka
Vor langer Zeit lebte einmal der Bauer Iwan mit seiner Frau Marja. Sie liebten sich und lebten in Freundschaft miteinander. Aber was schlecht war: Sie hatten keine Kinder. Die Zeit verging und somit waren sie alt geworden. Beide waren traurig vor Kummer und das Einzige, was ihnen Freude bereitete, war andere Kinder anzusehen. Es war nichts zu machen! So ein Schicksal. Eines Tages hatte es im Winter stark geschneit. Die Kinder liefen auf die Strasse und spielten mit dem Schnee. Die beiden Alten setzten sich ans Fenster, um sich an den Kindern zu erfreuen. Die Kinder liefen lustig, spielten und begannen danach einen Schneemann zu bauen. Iwan und Marja sahen das. Da überlegte Iwan und sagte plötzlich zu Marja: "Was sagst Du, komm, bauen wir auch einen Schneemann!"
Marja freut sich über seine Worte: "Warum nicht? Komm, spielen auch wir ein wenig. Wir wollen aber keinen Schneemann bauen, sondern ein Schneemädchen. Gott hat uns kein lebendiges Kind gegeben, deshalb fertigen wir es uns selbst aus Schnee !""Das ist wahrlich so..."- erwiderte Iwan, setzte seine Mütze auf und ging mit seiner Alten in den Hof. Dort machten sie sich an die Arbeit. Sie formten aus dem Schnee einen Körper mit Armen und Beinen, setzten darauf einen runden Schneeball, den sie als Kopf formten.
"Gott sei mit Euch. Was macht Ihr?" - fragte ein Passant. "Danke. Siehst ja selbst... Snegurotschka" - antwortete Marja und lachte. Da machten sie ein Näschen, einen Mund und plötzlich... atmete das Kind warm. Und dann sah Iwan, wie sich die blauen Augen von selbst öffneten und auch die roten Lippen, die freundlich lächelten. Da neigte sie den Kopf, als ob sie lebendig war, und rührte die Beine und Arme wie ein Kind in den Windeln. "Was ist das? Kann das wahr sein?" - murmelte Iwan und bekreuzigte sich. "Ach, Iwan, Iwan!" - rief Marja aus und zitterte vor Freude - "Dass Gott uns ein Kind schenkt!" Da küsste Marja Snegurotschka und umarmte sie. Der Schnee fiel von dem Mädchen ab, wie die Schale vom Ei und es blieb wirklich ein lebendiges Mädchen stehen! "O, meine liebe Snegurotschka!" - freute sich Marja unendlich und führte das Mädchen ins Haus. Iwan konnte das Wunder noch gar nicht begreifen und folgte ihnen.
Seitdem lebte Snegurotschka bei Iwan und Marja. Sie wuchs schnell und von einem Tag zum andern wurde sie immer schöner. Seit jener Zeit war alles bei ihnen in Ordnung. Das Haus war immer voller Kinder. Die Mädchen spielten verschiedene Spiele und sangen mit ihr, lehrten sie alles, was sie selbst wussten. Snegurotschka war aber sehr brav: merkte und übernahm alles außerordentlich rasch! In jenem Winter verwandelte sie sich in ein etwa dreizehnjähriges Mädchen, das alles verstand. Man konnte mit ihr über alles sprechen. Und sie hatte so eine wundeschöne Stimme - man konnte dauernd zuhören. Und dabei war sie immer freundlich gegenüber allen und bescheiden! Und im Haushalt half Marja bei allen Arbeiten. Und wie süß sie aussah: weiß wie Schnee, die Augen in der Farbe von Vergissmeinnicht, der Zopf bis zum Gürtel. Sie spielte immer so lustig. Marja und Iwan waren sehr glücklich, besonders Marja: "Schau, Iwan!" - pflegte sie zu sagen - "Was für ein Geschenk haben wir von Gott in unserem Alter bekommen! Unser Kummer ist jetzt vorbei!" Iwan antwortet: "Gott sein Dank! Die Freude ist nicht ewig, der Kummer ist nicht unendlich...!"
Der Winter verging. Die Frühlingssonne blitzte fröhlich am Himmel und wärmte die Erde. Auf den Wiesen erschien schon das erste Gras und die Vögelchen zwitscherten lustig. Schöne Mädchen versammelten sich hinter dem Dorf, sie tanzten ein Chorovod* und sangen: "Schöner Frühling! Sag mal. Wohin bist du gefahren?" Nur Snegurotschka wurde plötzlich traurig. Was ist denn mit Dir, mein Lieblingskind?"- fragte sie oft Marja - "Bist du krank? Warum bist du so traurig? Hat dich ein schlechter Mann gekränkt? Snegurotschka antwortete ihr aber jedes Mal: "Es geht mir gut, liebe Großmutter! Ich bin gesund."
Der Frühling hatte schon den letzten Schnee mit den warmen Tagen vertrieben. Die Wiesen und Gärten waren mit Blumen bedeckt. Die Nachtigall fing an zu singen. Alles wurde lebendiger und lustiger. Nur die arme Snegurotschka suchte den Schatten, wie das Maiglöckchen unter dem Baum. Sie war ganz traurig und mied die Freundinnen. Es bereitete ihr nur Freude, sich in einer kalten Quelle unter einer grünen Weide zu baden. Besonders war sie froh, wenn es oft regnete. Dann wurde sie lustig. Eines Tages kamen dicke Wolken und brachten Hagel. Snegurotschka war so froh darüber, als ob es Perlen waren. Als der Hagel aber begann unter den Sonnenstrahlen zu tauen, weinte Snegurotschka so bitterlich, wie eine Schwester um ihren Bruder.
Der Frühling war schon zu Ende. Die Mädchen vom Dorf wollten in den Wald spazieren gehen. Sie kamen zu Snegurotschka und baten Großmutter Marja, ob Snegurotschka mit ihnen gehen könnte. Marja aber wollte nicht, dass Snegurotschka das Haus verliess. Snegurotschka wollte auch nicht mitgehen. Da überlegte Marja aber: "Vielleicht wird sie dort lustig." Und sie zog Snegurotschka schön an, küsste sie und sagte: "Geh, mein Kind. Amüsiere dich ein bisschen mit allen zusammen!" Dabei sagte sie den Mädchen, dass sie auf Snegurotschka aufpassen sollten: "Seid vorsichtig! Snegurotschka ist meine einzige Freude..." "Gut, gut" - antworteten alle lustig, holten Snegurotschka und gingen alle zusammen in den Wald. Dort fertigten sie sich die Blumenkränze an, machten Blumensträußchen und sangen fröhliche Lieder. Snegurotschka war immer mit ihnen zusammen.
Als es aber zu dämmern begann, zündeten die Mädchen ein Feuer aus trockenem Gras und Ästen an. Dann standen sie in einer Reihe und mit dem Lied begannen sie, eine nach der andern, über das Feuer zu springen. Snegurotschka war die Letzte in dieser Reihe. Nach und nach sprangen die Mädchen, als sie plötzlich ein klägliches Geräusch hörten: "Au!" Sie schauen sich erschrocken um. Wo ist Snegurotschka? "Wahrscheinlich hat sie sich vor uns versteckt"- und sie suchten sie überall. Aber sie war nirgendwo. Die Mädchen riefen. Aber niemand antwortete. "Wohin konnte sie verschwinden?" - fragten die Mädchen. "Wahrscheinlich ist sie heim gelaufen" - und gingen ins Dorf, aber Snegurotschka war auch nicht dort. Man suchte sie am nächsten Tag, und auch am dritten. Der ganze Wald wurde durchsucht, jeder Baum und Strauch. Keine Spur von Snegurotschka. Niemand wusste, dass Snegurotschka während des Sprunges über das Feuer verschmolzen war. Sie verwandelte sich in ein dünnes Wölkchen und als leichtes Dämpfchen ist sie zu den Wolken in den Himmel geflogen.
Lange lange weinten Iwan und Marja. Lange Zeit ging die arme Alte noch in den Wald und suchte nach Snegurotschka und sie rief:"Au, au, Snegurotschka! Au, au, meine Liebe..." Oft schien es, als ob sie als Antwort die Stimme von Snegurotschka hörte: "Au! Au..."
*Chorovod - der Tanz, bei dem die Leute sich an den Händen nehmen, im Kreis gehen und singen.
Ein besinnliches Weihnachtsfest
wünscht Ihnen
Ihre
Monika Brett
***Zivilisation ist, wenn man eine Gabel besitzt, Kultur, wenn man sie benutzt***
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