Business Etikette International - Etikette-Brief Nr. 19 / Januar/Februar 2006 Newsletter - manche meinen: Spam - manche meinen: Klasse ! Business Etikette International - Etikette-Brief Nr. 19 / Januar/Februar 2006
Sehr geehrte Kunden und Geschäftsfreunde!
Die Feiertage sind zunächst vorbei, doch der Smoking hat fast immer Saison. Lesen Sie unten mehr über die Geschichte und den Gebrauch des Festtagsanzug für den Herrn.
Das neue Buch des russischen Autors Wladimir Kaminer hat mich inspiriert, über das russische Essen zu schreiben. In vielen Ländern besteht zwischen dem Wetter und dem Essen eine Verbindung. Lesen Sie unten was es damit in Rußland auf sich hat.
Aktuelle Themen:
Geschichte und Gebrauch des Smokings
Zu Gast in Russland: Ein typisch russisches Essen
Geschichte und Gebrauch des Smokings
Smoking - in Deutschland
Black Tie - in Großbritannien
Tuxedo - in den USA
Der Smoking erlebt zur Zeit eine Renaissance und die Anlässe, zu denen er getragen wird, auf den Einladungen oft mit "Black Tie" vermerkt, werden immer häufiger.
Historisch bedingt war der Smoking bzw. die Smokingjacke die Bekleidung, in der sich damals die Herren nach dem Essen zum Rauchen in das Raucherzimmer zurückgezogen haben, um die Damen mit dem Geruch des Rauches nicht zu belästigen. Die Rauchjacke wurde von Lord Dupplin in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelt. Dadurch war die Kleidung immer rauchfrei; die Smokingjacke wurde i.d.R. auch im Club zurückgelassen. Auch heute gibt es in England noch das "Smoking jacket", das zu häuslichen Einladungen und ländlichen Bällen getragen wird und aus farbigem Samt mit einem Schalkragen gearbeitet ist. Smokinghemd-, -Hose und -Schleife werden wie zum klassischene Smoking getragen.
Streng genommen darf der Smoking nur Lampenlicht sehen, also tagsüber nicht getragen werden. Das Gegenteil dazu ist der Cutaway, der festliche Tagesanzug (engl.: morning dress), der nur tagsüber getragen werden darf, also nur Tageslicht sehen darf.
Die Farbe der traditionellen Smokingjacke ist Schwarz oder Nachtblau mit einem seidenbesetzten Revers; die weiße Smokingjacke wird bei abendlichen Feiern unter freiem Himmel oder auf Seereisen getragen. Die Hosen ebenso Schwarz oder Nachtblau - niemals Weiss - mit einem Seidenstreifen "Galon" ohne Aufschlag. Das weisse Smokinghemd hat Klappmanschetten und ist auf der Hemdbrust in Falten gelegt. Dazu werden edle Manschettenknöpfe getragen. Die Schleife (um dem Namen gerecht zu werden) bitte nur in Schwarz binden Sie selbst und wählen keine vorgefertigte Schleife. (Die weisse Schleife ist dem Frack vorbehalten). Ein weisses Taschentuch gehört in die Jackentaschen - wenn Sie mutig sind können Sie auch ein uni-farbiges Seidentuch wählen. Zwei weitere weiße Stofftaschentücher jeweils für die Jacken- und Hosentasche dürfen nicht fehlen. Den in Falten gelegten Cummerbund zwischen Hosenbund und Hemd tragen Sie so, dass die Falten nach oben offen sind.
Zum Smoking gehören schwarze Kniestrümpfe und schwarze Lackschuhe. Wenn Sie Stil und Mut beweisen möchten, tragen Sie Pumps mit einer Seidenschleife.
Und wer den Smoking wirklich nur ausnahmsweise trägt, der kann sich ihn auch ausleihen, z.B. bei einem Kostümverleih.
Zu Gast in Russland: Ein typisch russisches Essen
Die derzeitige Kältewelle in Rußland legt nahe, dass nicht nur Tee und hochprozentiger Alkohol Nationalgetränk sind, sondern der Körper auch das fettreiche Essen im Winter gut vertragen kann.
Da gibt es als Eintopf die Borschtsch-Suppe - erkennbar an der roten Farbe - mit roter Bete, Kohl und Kartoffeln, fettem Fleisch, besonders gut mit viel "Smetana" (sehr fette Creme Fraiche) und gewürzt mit Koriander oder die herzhafte Kohlsuppe "Schtschi" mit ebenso fettem Rindfleisch gekocht. Zeichen einer guten Borschtsch und Schtschti-Suppe sind die darauf schwimmenden Fettaugen. Diese Suppen bilden die tägliche Hauptmahlzeit in russischen Familien, werden von der Hausfrau oder der "Babuschka" (Oma) vorgekocht und sind erst richtig lecker, wenn sie zum 2. oder 3. mal aufgewärmt werden. Zwar etwas einseitig, aber dem langen Arbeitstag einer russischen Familie angemessen.
Allerdings sieht der Speiseplan anders aus, wenn die russische Familie Gäste hat. Bitte warten Sie nicht auf das Hauptgericht, wenn Sie eingeladen sind - und das gilt besonders für private Einladungen - sondern greifen Sie zu bei den köstlichen Vorspeisen! Die "Sakuski" sind nach meiner Meinung das beste, was die russische Küche anzubieten hat. Hier gibt es die folgenden Köstlichkeiten:
- kalter Rinderbraten mit Meerettichsosse
- gesalzener Hering mit saurer Sahne oder Senfsauce
- Aal in Gelee oder Räucheraal
- Fisch in Aspik - geräucherter Lachs
- Sprotten in Öl
- Pastete aus Huhn, Leber oder Wild
- eingelegtes Gemüse
- marinierte Pilze
- grüne Tomaten
- säuerliche Pflaumen
- Krautsalat, süss-sauer
- Rote Bete
- Salzgurken
- verschiedene Schwarzbrotsorten
- roter und schwarzer Kaviar
- Zunge
Diese Vorspeisentradition ist - ähnlich wie die der Eintöpfe - historisch bedingt. Das einheimische Gemüse und der Fisch werden im Sommer in Salz eingelegt und konserviert.
Das Hauptgericht besteht dann "nur" noch aus einem "biftek" Beef-Steak, einem Kotelet oder einem Schaschlik mit weichen Kartoffeln und Gemüse aus der Dose.
Der Nachtisch besteht meist aus
- Geleezitronen
- sehr süsser Konfitüre
- Schokoladenküssen
- Pralinen
und Mokka bzw. starkem Kaffee oder Tee mit Zitrone.
Frostige Wintergrüße
Ihre
Monika Brett
***Zivilisation ist, wenn man eine Gabel besitzt, Kultur, wenn man sie benutzt***
Offene Seminare von Monika Brett finden Sie in der Rubrik "Business Etikette".
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